Gestern sind sie dann alle gestorben. Le Beau ist gestorben. Rosalind ist gestorben. Duke Frederick ist gestorben. Alle weg und sie kommen nicht wieder *schnüff*
Ich spreche natürlich von unserer Produktion von Shakespeares As You Like It. Es war eine schöne Zeit, auch wenn der Zeitaufwand doch sehr gross war, am Ende hat es sich gelohnt. Finde ich doch jedenfalls. Aber ich freue mich auch darauf, wieder ein bisschen mehr Zeit zu haben.
Das allerschönste an der ganzen Sache ist wohl aber, dass wir jetzt alle das Stück in allen Lebenslagen zitieren können, wie es uns gefällt halt ;)
So, to your pleasures: I am for other than for dancing measures!
Ach ja, line dancing können wir jetzt auch alle ;P
(Woher ich das weiss? Weil ich das erste Mal Schuhe habe, die keine Schuhbändel haben und nur so zum reinschlüpfen sind und der rechte Schuh drückt, sehr sogar.)
...denn eventuell habe ich diesen Sommer einen Job, den ich dann, wenn alles glatt läuft, sogar bis in den Herbst ausüben kann. Und dann geht es ja nach London, für ein Jahr.
Dann scheint noch die Sonne und ich mag gar nicht mehr Moneybrother hören, weil er mir zu melancholisch geworden ist. Alles sehr positiv. (Natürlich liebe ich Moneybrother immer noch, aber ich kann mit so einem Liedtext wie von "What's The Use In Trying?" oder "Eventually It'll Break Your Heart" im Moment nichts anfangen. Wie gesagt, sehr positiv.)
Letzte Woche habe ich wohl zum allerersten Mal ein Mixtape gemacht. (Man beachte, dass ich hier den Begriff 'Mixtape' benutze, obwohl es ganz klar eine CD war. MixCD klingt aber doof!)
Wie alle Geschichten beginnt auch diese sehr unschuldig: Mittwochs haben wir immer Theaterproben und an diesem bestimmten (dem letzten) Mittwoch läuft mir gerade "Tree Hugger" von den Antsy Pants nach und ich singe in den Pausen also: "The flower said, "I wish I was a tree" und so weiter und A. fragt mich ganz unvermittelt, ob ich ihr denn mal eine CD brennen würde, sie wüsse auch nicht genau was/wie/wo, aber mit ganz vielen lustigen Liedern und "Tree Hugger" soll da auch drauf.
Ich verspreche natürlich mich sofort ans Tape mixen zu machen, setze mich mal hin, durchsuche iTunes nach passenden Songs, nehme einige in die engere Wahl, werfe andere wieder hinaus (Gnarf... "Hateful" von The Clash wollte einfach nicht draufpassen!) und dann noch der schwierigste Teil, nämlich dass alles in eine ansprechende Reihenfolge zu bringen (das hört sich leichter an als es ist, habe grossen Respekt vor Menschen, die so etwas machen) und dann bin ich irgendwann auch mal zufrieden.
Wir haben noch so gewitzelt, dass ein Mixtape ja sonst eher eine romantische Sache ist, meine Tapemix-Fähigkeiten wohl aber so hervorragend sind, dass sie sich glatt in mich verliebt und da merke ich, dass ich sie eigentlich doch sehr mag. Sehr sehr mag....
Am Freitag Abend mit Sarah und Ursi in die Turnhalle gegangen, da lief unglaublich herrlich toll tanzbare indische Musik von einer Birminghamer Band (namens? Ich weiss es nicht und auch internetrecherchig konnte ich es nicht herausfinden... Ich frag mal Eva und trage es hier dann nach.) und danach noch ganz tolles DJing, das auch sehr indisch/orientalisch/griechisch/spanisch und so weiter war. Ist ja immer gut, sowas.
Am Samstag bin ich dann zu Lauras Geburtstag ins schöne Bad Zurzach gefahren (mit Zug und Bus, dauert eine halbe Ewigkeit, aber hatte ja das tolle Buch von Charlotte Roche bei mir, also war das OK). Wir haben vorzüglich mexikanisch gespeisst und danach noch ganz viele Dinge gemacht, Scrabble gespielt und StadtLandFluss und um Mitternacht ganz brav Happy Birthday gesungen und Geschenke verteilt, in meinem Fall eine pinke Strickliesel (die aber komischerweise unter dem Namen Strick-Hanni vertrieben wird) und zwei Knäuel mehrfarbiges Garn, aber ganz klar mit Rosa drin. Das mag jetzt verwundern, wenn man bedenkt, dass die Empfängerin doch schon 22 wurde, aber natürlich ist so ein Strickliesel immer cool (wie Stricken ja auch), ganz egal, wie alt jemand jetzt ist.
Am Sonntag gab es dann noch ein Brunch mit der Familie, das ich erst recht spät besuchte, denn nachdem Markus und ich uns einen Schnarchwettstreit geliefert hatten, war ich dementsprechend umnächtigt. Dann noch ein bisschen in die Sonne sitzen und Trimino (dreieckiges Farbendomino) spielen und dann muss man auch schon bald wieder einmal auf den Zug und zurück nach Bern (hier heute Regen. Was sagt mir das?), aber man sieht sich hoffentlich sehr bald einmal wieder.
So, nun zu Thema Nummer 3: ich habe, wie hier versprochen, ein Exemplar von Charlotte Roches Buch "Feuchtgebiete" gekauft und das dann auch ziemlich schnell gelesen. Nun hört man so einiges von links und rechts und oben und unten darüber, hier mal meine persönlichen Anschauungen: der Stil ist zuerst einmal weit nicht super genial gut, ich würde ihn aber auch nicht als so hundsmiserabel einstufen, wie er anderswo verschrien wird. Das ist eine Ex-Viva2-Moderatorin, darum ist das auch OK so, ich würde allerdings noch weiter gehen und behaupten, dass es eigentlich recht toll ist, dass die Protagonistin Helen Memel eben so spricht und denkt, wie sie das macht, denn es passt auch zu ihr. Und es klingt halt auch einfach nach Charlotte Roche, was einfach nur toll ist. Dann gehen wir mal zum Inhalt über: ja, das Buch ist durchaus sehr pornografisch und auch recht eklig im Allgemeinen, aber es war auch ein gewisser Anreiz da, ein Buch zu lesen, obwohl sich die Zehennägel vor Ekel aufrollen und es bricht auf seine Art eben doch recht gekonnt ein paar Tabus. Jedenfalls denke ich irgendwie, dass ich jetzt weniger Tabus habe, was ich gut finde, denn Tabus sind eigentlich was schlechtes, wodurch wir uns selbst unterdrücken und verkrampfen müssen, was ich für ungesund halte. Ich würde abschliessend jedem empfehlen, das Buch zu lesen, egal wie sehr man sich davor ekelt. Oder gerade deshalb.
... ist wahrscheinlich der Laut, den man heute am meisten von mir vernehmen wird. (Es empfiehlt sich nicht, am Mittwochabend - Donnerstagmorgen trinkend und gröhlend zu verbringen, wenn man Donnerstagmorgen schon wieder an der Uni sein muss.)
Alles beginnt mit der recht unschuldig-unverfänglichen Idee, im Mappamondo (da in unmittelbarer Uninähe und Studentenbudget freundlich) noch kurz ein Bier zu trinken und ein wenig zu jassen, was sich ja so noch recht unverfänglich liest. Wenn da nicht solche Probleme bestehen würden, dass das Mappamondo irgendwann (11 oder 12? Ich weiss nicht mehr....) schliesst und Sarah darum diktatorisch entscheidet, dass alle jetzt zu ihr nach Hause kommen müssen, damit man dort noch weiterjassen kann.
Da wurde dann aber zuerst mal eine Wohnungsführung auf Französisch gehalten und danach Spaghetti und Sauce gekocht, während Orlando für alle Smokey Martinis mixte und Sarah Weinflasche Nummer 1 öffnete. Das war dann schon recht heiter (durch Gelächter und schrägem Fotoposing aber noch recht weit vom ursprünglich geplanten Jass entfernt) und diese Stimmung wurde dann irgendwann aus der Küche ins Wohnzimmer verfrachtet und dort wurde trotz allem dann endlich doch noch gejasst! Sieg! war mein erster Gedanke, aber den konnte ich kaum zu Ende denken, denn nach einer Runde haben wir schon wieder aufgehört. Und Gämsch gespielt (und s'Ursi und ich haben naturellement gewonnen!). Und dann Geischt (was echt doof ist, aber das sage ich wohl nur, weil ich am schlechtestem war). Dann war es so ca. 2 Uhr morgens und wir nur alle am Kichern. Was macht man in so einer Situation? Klar, man schaut sich Herr der Ringe "Die Gefährten" (Extended Version) an. Und ja, Sarah schlief ein, wie zu erwarten war. Ich dann aber auch irgendwann.
Ich bin dann irgendwann wieder aufgewacht, so gegen 5 und da wollten die anderen dann unbedingt noch ein Trinkspiel machen. Sowas. Bin ich vor Schreck gleich wieder eingeschlafen. Wieder aufgewacht, Ursi neben mir und sie fragt so: "Ob es schon nach 8 ist?", ich schrecke auf, suche ein Handy, stelle erleichtert fest, dass es erst 7.31 ist, sammle meine Sachen zusammen, versuche dann Chris zu wecken (weil der doch auch an die Uni und noch so ein Writing Skills Aufsatz ausdrucken muss), was sich als durchaus schwierig gestaltet, dann sind irgendwie sofort alle wach, der Bäcker wurde besucht, Tee getrunken und darum bin ich dann doch erst um 8.40, also 25 Minuten zu spät in meiner Vorlesung erschienen.
Tja, war aber recht toll, danke liebste Sarah, gerne wieder einmal, Haare schneide ich dir am Freitag. Küsschen!
Ganz nebenbei bemerkt: "friends with benefits" sollte man nicht ausschlagen, wenn es angeboten wird, richtig?
EDIT: Charlotte Roche über ihr Buch. Wird morgen gekauft!